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Über die Liebe des HERRN in Zeit und Ewigkeit

D I E    L I E B E

 

 

Ein Aufsatz von Agnus D.  /  anno domini 2008

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liebe.zip

Die Liebe im Allgemeinen und im Besonderen

 

Bereits in den alttestamentlichen Schriften der Bibel ist die Liebe thematisiert. Insbesondere aber auch die Liebe des HERRN zu seiner Schöpfung, die er als sein uranfänglich gesprochenes Wort (Joh 1,1 - 1,3) in Person ist. Von uns selbst wissen und kennen wir, dass wir unsere handwerklichen und technischen Erzeugnisse mit welchen wir unsere Welt zu unserem Vorteil gestalten, auch schätzen und lieben. Doch mit den Objekten der Liebe ist es da wie mit allen sonstigen Objekten auch, dass nämlich ein Vorteil stets mit einem Nachteil erkauft werden muss. Und immer gibt die Abwägung von Nutzen und Schaden den Ausschlag, welches der Objekte wir als positiv oder aber negativ bewerten wollen. Dann sind es die von uns positiv bewerteten Objekte und Produkte, mit denen wir uns verbunden fühlen. Ja manchmal sogar sehr innigst und tiefgehend, und von einer seelischen Abhängigkeit begleitet. So weiß man aus den Medien durch institutionelle Umfragen, dass den Deutschen ihr liebstes Kind das Automobil sei. Das ist keinesfalls lächerlich, sondern sehr ernst zu nehmen, denn der Wert und Nutzen den das Auto für seinen Besitzer haben kann, ist unbestritten. Wer als langjähriger Autofahrer einmal längere Zeit auf seinen Wagen verzichten musste, der kann dann anschließend über regelrechte Entzugserscheinungen berichten. Vor allem in ausgleichenden Träumen macht sich der Verlust bemerkbar. Auf diese Art können wir feststellen, dass sich dieses lebensgestaltende Produkt tief in unserem Unterbewusstsein festgesetzt hat. Dennoch heißt das nicht, dass damit automatisch die Merkmale einer Wahren Liebe erfüllt seien. Obschon etliche Personen keine andere Liebe kennen, als ihre Selbstauslieferung an schöne Dinge und Sachen, mit denen sie sich ihre Wünsche und Sehnsüchte zu erfüllen suchen.

Sein Herz an tote Dinge und Sachen zu hängen ist ebenso selbstschädigend wie die Liebe zu Tieren, wenn diese von ihren Besitzern zu gleichwertigen Partnern erhoben werden. Denn wie die Psychologie heute wohl weiß, bleibt eine solche Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht ohne Folgen für das jeweilige menschliche Individuum. Und zwar im negativen Sinne, indem sich da der Betreffende in eine seelische Abhängigkeit begibt, die ihn als Mensch Richtung Tier abwertet, ebenso wie als Erwachsenen Richtung Kind. Dass nun aber Kinder Tiere zum Teil über alles lieben, ist Ausdruck ihres Willens einem Objekt ihrer Wahl ihre Liebe zu schenken, das ihnen erstens zur Verfügung steht, und zweitens ihnen nichts diktieren kann. Denn unter dem Diktat des Elternhauses, des Kindergartens, der Schule, und der Gesellschaft ganz allgemein, leiden die Kinder ganz besonders. Sie bedürfen daher in jungen Jahren einer ganz besonderen Zuneigung und Liebe von jedem und allen. Und wenn sie die nicht, oder in nicht ausreichendem Maße bekommen, so braucht es einen Ersatz, den dann das Tier als tolerierbares Liebesobjekt stellt. Doch was für Kinder gelten soll und kann, gilt nicht für den mündigen Erwachsenen, so er denn als solcher zu sehen und anzuerkennen ist. Doch auch Tiere haben mitunter einen Willen, der sich in ihrem Verhalten artikuliert, teilweise naturbedingt oder auch provoziert, oder aber neurotisch, der von dem Willen ihrer Besitzer abweicht. Dann wird das zuvor so heiß geliebte Tier sehr schnell zu einer emotionalen Belastung. Alsdann kehrt sich die Liebe in Hass um, und das Tier wird gequält, oder ausgesetzt, oder vernichtet. Was man hierbei einem Kind noch durchgehen lassen muss und kann, das findet seine Grenze beim mündigen Erwachsenen.

An diesem Beispiel der Liebe zwischen Mensch und Tier wird die Problematik des Verhältnisses weltlicher Liebe zur Gegenliebe deutlich. Denn weltliche Liebe verlangt nach Gegenliebe, weil geliebt zu werden in feindlicher Umgebung sich als ein Grundbedürfnis einstellt. Denn in einer Welt wo alles um sein Überleben kämpfen muss, scheint die Liebe keine geeignete Rezeptur zu sein. Hier braucht man viel eher einen schweren Panzer mit einer mächtigen Kanone, um alles bekämpfen und abschießen zu können, was quasi einem ans Leder gehen will. Und so sind es dann auch an der Gesellschaft Gescheiterte, die in auswegloser Situation sich den Tieren zuwenden, und sich ihnen seelisch ausliefern. Das führt in machen Fällen zu Exzessen mit einer unterversorgten vernachlässigten Tierherde oder -meute, oder aber dem Einsatz dieser Kreaturen als Waffe. Es sind immer die untersten Ränge in der menschlichen Gesellschaft, die der Liebe ihrer Mitmenschen am meisten bedürfen, aber bei ihrer sozialen und damit oft auch persönlichen Anrüchigkeit am wenigsten davon abbekommen. Das ist zu allen Zeiten so, weshalb einst auch schon Jesus von Nazareth mit diesem Problem befasst gewesen war. Doch machte er seine Liebe zu den Armen und Aussätzigen nicht von deren Armut und Aussätzigkeit abhängig, sondern vom je persönlichen Zugeständnis an ihn selbst als den Messias. Er war es auch, der die Kindheit und das Kindsein als Chance für die Liebe begriffen hatte. Denn zu dieser Zeit etablieren sich die Grundlagen für den späteren Erwachsenen und dessen Liebesfähigkeit. Sind also erst einmal die Fundamente der Liebe in der frühen Kindheit erstellt, dann kann im weiteren Leben kommen was will. Dann brennt im Menschen ein unauslöschliches Licht der Liebe, das alle auftretenden Hindernisse und Widernisse siegreich überwinden wird. In dem Maße wie sich da die Liebe in der Lebensführung durchzusetzen beginnt, in gleichem Maße wird man dann auch den Kanonenpanzer in seiner Garage lassen können.

Bei alledem ist eines nun völlig klar, dass man im Leben mit der Liebe sehr viel Pech haben kann, und die meisten Menschen auf diesem Globus auch schon sehr viel Pech mit ihrem Start ins Leben haben. Von den durch extremes Klima, geschädigter Umwelt und fehlendem oder chaotischem Elternhaus ausgehenden schädigenden Einflüssen erst gar nicht zu reden, kann einem bereits schon ein behindernder Gendefekt, ein tragischer Geburtsfehler oder sonstiger körperlicher und geistiger Makel den Start in ein freundliches Schicksal mit liebevoller Selbstannahme vermasseln. Denn wer sollte sich lieben können, wenn er mit sich selbst nur endlose Schwierigkeiten und Probleme hat? Dies wissen verständige und liebesfähige Eltern auch genau, und kümmern sich zuweilen selbstaufopfernd und rührend bis zum Letzten um ihr behindertes Kind, und beweisen so sich selbst und dem HERRN ihre Liebe an sich. Sie begreifen ihr behindertes Kind als eine Chance wahrer christlicher Selbstverwirklichung. Sie wissen: Alles schlägt nach dem allzeit gültigen Gesetz der Kausalität und Singularität auf einen selbst wieder zurück. Sie wissen: Was sie dem anderen tun, das tun sie sich selbst. Sie nehmen so ihr Schicksal aktiv in die eigene Hand, und machen was aus ihrem Leben. Denn wo sonst kann man aus sich und seinem Leben etwas machen, wenn nicht an der Frontlinie des Lebens, wo  einem alles abgefordert wird, und sich dabei zeigt, was in einem steckt, und wer und was man in Wirklichkeit ist. Sie haben im christlichen Sinne ihr Kreuz auf sich genommen, Verantwortung übernommen, und damit gegenüber sich selbst die Liebe zu sich selbst begründet und gesichert. Dies wird in der je persönlichen Abrechnung am Zeit- und Lebensende ihre bleibende Gutschrift sein, mit der sich die je persönliche Ewigkeit einrichten lässt.

Am Ende zeigt sich, dass die Liebe das Leben ist, dass nur wer liebt auch lebt. Das ist nun keine hohle Phrase eines religiösen Spinners, denn dies sind die bekannten Worte des Stifters des Christentums, des Jesus von Nazareth. Mit seiner liebenden Selbstopferung hat er sich selbst den Weg in die Auferstehung gebahnt, mit der Anerkennung durch den, der das Universum in Person ist, durch den Herrn unseren Gott. Ihn erlebt man daher auch nicht im Hass und in der Verachtung, sondern immer nur in der Liebe und Zuwendung. Dies sind die unabdingbaren Voraussetzungen, um eine Privatoffenbarung des Herrn oder ein Zeichen Gottes bekommen zu können. Denn in der Zeit hängt alles vom je einzelnen Menschen und seiner Liebe ab, was der Mensch aus sich und seinem Leben macht. Diese Chance ist dem Einzelnen in seiner Gottebenbildlichkeit von Anfang an eingeräumt, ohne dass über ihn ein Gott wie eine Mutter über ihr Kind zu wachen hätte. Werde, was du werden willst! Sei der, der du sein willst! In allem sollst du darin frei sein, und über dich und dein Schicksal frei bestimmen können. Brauchst du übernatürliche Hilfe vom Herrn, so bitte darum, und klopfe dabei an allen sich dir bietenden Türen an, damit der Herr sieht, dass du es mit ihm ernst meinst. Dann erst sind von deiner Seite aus die Vorbedingungen geschaffen, welche er im Rahmen seiner Selbstverpflichtung des freien Gewährenlassens benötigt, um für dich aktiv werden zu können. Beweise deine Liebe in dir, zu ihm, und riskiere im zwischenmenschlichen Verhältnis eigene Verluste zum Gewinn anderer. Du kannst deine Liebe eben immer nur über das Selbstopfer beweisen, denn alles andere ist schlicht nicht glaubhaft und annehmbar. Das Selbstopfer ist die einzige Form egoistischer Selbstliebe, die vom Herrn akzeptiert wird, weil sie dem Universum dient, das er selbst in Person ist. Man muss sich dem Universum weggeben, um von ihm sich selbst und mehr wieder zurückzuerhalten. Dies ist das Gesetz des Herrn, wie es Jesus in folgenden Versen einstmals ohne nähere Information verkündet hatte:

Mt 10,39 Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, derjenige wird es finden. Mt 16,25 Denn wer seine Seele bewahren will, der wird sie verlieren; wer jedoch seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden. Mk 8,35 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. Lk 9,24 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie retten. Lk 17,33 Wer seine Seele zu erhalten sucht, der wird sie verlieren, und wer sie verliert, der wird ihr zum Leben verhelfen.

 

 

 

Die Liebe in den Texten des NT

 

Mt 24,12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten; Lk 7,47 Darum, sage ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben worden, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Lk 11,42 Aber wehe euch Pharisäern, dass ihr die Münze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgehet! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen. Joh 5,42 aber bei euch habe ich erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. Joh 13,35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Joh 14,31 Damit aber die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und also tue, wie mir der Vater befohlen hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen! Joh 15,9 Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibet in meiner Liebe! Joh 15,10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. Joh 15,13 Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Joh 17,26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf dass die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen! Offb 2,4 Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Offb 2,19 Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine Geduld und dass deiner letzten Werke mehr sind als der ersten.

Warum hat die Liebe das bestimmende Element im menschlichen Zusammenleben zu sein? Die Antwort kennt wohl jeder, indem allgemein klar ist, dass er ganz auf sich allein gestellt wohl keine Überlebenschance hätte. Fast jeder kommt früher oder später einmal in die Lage, der Hilfe und Fürsorge anderer zu bedürfen. Als Neugeborenes und als Kind bis zum Erwachsenenalter mit der Fähigkeit der Selbstbestreitung seines Lebensunterhaltes war man bereits von der Zuwendung und Fürsorge seiner Eltern und Mitmenschen abhängig gewesen. Bei Krankheit, Behinderung und Altersgebrechen wird das wieder der Fall sein. Da ist es gut und hilfreich, wenn man in seinem Leben sich bereits in der Liebe und Zuwendung zu anderen geübt hatte. Dann hat man ein freundliches liebenswertes Wesen, ist dadurch den Anderen sympathisch, und kann von den Anderen zumindest situationsbezogen geliebt werden. Der Volksmund hatte in früheren Zeiten für die Kausalität des eigenen Verhaltens eine Reihe von Sprichwörtern geschöpft, wie etwa: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu! Oder: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück! Oder: Leben, und leben lassen! Das sind zwar keine direkten Aufrufe zur Liebe, aber sie legen nahe, dass mit praktizierter Liebe das Leben sehr viel leichter wird. Wenn aber die Liebe nur als Mittel zum Zweck eingesetzt wird, dann verliert sie ihren ursprünglichen Charakter, der sich nicht an der Gegenleistung festmacht. Auch dafür gibt es ein geflügeltes Sprichwort, welches jeder kennt und das da lautet: Geben ist seliger als Nehmen. Hierbei ist direkt darauf verwiesen, dass die Liebe Selbstzweck ist, sowie bleiben muss. So heißt es ja auch, dass nichts glücklicher macht, als andere Menschen durch seine Liebe oder Liebesgaben glücklich gemacht zu sehen.

Wie auch jedermann weiß, leben wir hier nicht etwa im Paradies, sondern in einer Welt der Todesverfallenheit und Energieabhängigkeit mit der Folge eines unablässigen brutalen Überlebenskampfes für jeden und alles. Da kann Liebe schnell zum Luxusartikel werden, den man sich nur leisten kann, wenn man über reichhaltige Quellen sowohl materiell als auch spirituell verfügt. Auch dieses ist allgemein bekannt, weshalb diejenigen Menschen als Ideale und Vorbilder betrachtet werden, welche ohne über irgendwelche Ressourcen zu verfügen, zu nachhaltiger Liebe und Fürsorge fähig sind. Man weiß zwar aus der Psychologie, dass zumeist nur Solche die Liebe geben und üben können, die selbst in ihrem Leben genügend Liebe erfahren haben. Dennoch gibt es immer einen wenn auch kleinen Teil genialer Leute, die ohne selbst Liebe empfangen zu haben, aus sich heraus schöpfend Liebe schenken können. Ebenso wie es da immer wieder mal dem Einen oder Anderen aus schwierigsten und miserabelsten Lebensverhältnissen heraus gelingt, den Weg an die gesellschaftliche, wirtschaftliche oder kulturelle Spitze eines Landes zu finden. Ein solcher Erfolg beruht auf sehr vielen Faktoren, ein ganz wichtiger ist aber zumeist auf Liebe gründende Sympathie des Kandidaten. Nicht umsonst heißt es, dass die Liebe eine göttliche Tugend sei. Und so wundern wir uns auch nicht, dass wie an den oben stehenden Bibelversen zu sehen ist, im NT die Liebe ein zentrales Thema ist. Das muss eine guten Grund haben, der offenbar mit der Mission Jesu zusammenhängt, welche wiederum mit dem Welt- bzw. Existenzialgrund verbunden ist. Denn in seiner Totalsingularität befindet sich ja das Dasein in systemischer Gefahr, an seiner Allumfassung erstickend unterzugehen. Sodann wird zur Beseitigung dieser tödlichen Selbstbedrohung zunächst ein zorniges weltschöpfendes Selbstgericht benötigt, zu dessen Beendigung umgekehrt eine liebende Selbstannahme gebraucht wird, wofür eben die liebende Selbstopferung Jesu den kosmisch universalen Dreh- und Angelpunkt bildete. Denn einzig die Liebe Gottes kann dem Zorn Gottes Einhalt gebieten, die so zur größten Kraft des Universums wird.

Wenn es dann in den Schriften heißt: "Der HERR unser Gott, der da war, der da ist, und der da sein wird", sowie auch: "Der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit", so betrifft eine Ewigkeit eben einen Zyklus von ansonsten ohne Anfang und ohne Ende unendlich vielen Zyklen. Ein Zyklus davon, mit Anfang und Ende, ist stets getreu der Genesis der neu entstandene Mensch als uranfängliches Ebenbild seines vollendet vorausbestehenden Urbildes. In einer gemeinsamen  überzeitlichen Schnittstelle - als Paradies bekannt - fallen Anfang und Ende des Zyklus in eins. Der Anfang besteht im uranfänglichen Ebenbild, sowie das Ende im vollendeten Urbild. Wie es dem Anfang eines Zyklus entspricht, hat sich der Anfang auf das Ende hin zu entwickeln, so dass mit Vollendung zum Urbild der Zyklus wieder schließt. Gestartet wird der Zyklus mit einer zornigen Abweisung des unentwickelten Anfangs durch das entwickelte Ende (bildlich die Vertreibung aus dem Paradies), weshalb folglich der Zyklus mit Erreichen des entwickelten Endes in einer liebenden Selbstannahme zum Paradies wieder abschließt. Auf diese Weise reiht sich ein gerichtlicher Schöpfungszyklus an den anderen, als eine zyklische Ewigkeit an die nächste. Und es gibt einen in diesem von Zyklusende zu Zyklusende ewig auferstanden Lebendigen bzw. einen sich stets erneuernden HERRN und Gott, als das Dasein und das Universum in Person. Wer nun als Kleriker daran zweifeln will, der soll sich ruhig einmal überlegen, was es denn heißt: "der da war, der da ist, und der da sein wird, und der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit". Das ist nun kein sinnloser Quatsch, wie Ahnungslose oder Bedürftige meinen könnten, sondern Denkaufgabe für Wahrhaftige auf ihrem Weg zum HERRN.

 

 

 

Die Liebe des HERRN unseres Gottes

 

Generationen von Theologen haben bislang darüber gerätselt, wie sich denn die Liebe Gottes begründet. Zu einer plausiblen Lösung sind sie jedoch bis heute noch nicht gekommen. Schuld daran dürfte eine kindlich-naive Welt- und Gottesvorstellung sein, welche die offensichtliche Symbolik der biblischen Texte wörtlich nimmt. So fehlt es ja ebenso an einer vernünftigen Deutung der Genesis mit der Paradiesgeschichte. Dann sagten sie sich, müsse es die Liebe des Schöpfers zu seinem Geschöpf sein, welche nach Missachtung des göttlichen Gebotes das geschöpfliche Sünderpaar zur Wurzel des Menschengeschlechts werden lässt; wenngleich mit dem Makel einer Erbsünde. Dass es den guten Schöpfervater mit einem bösen Kindgeschöpf so nicht geben kann, das nahm alsdann in den hellen Köpfen einiger Weniger allmählich immer mehr Gestalt an. Insbesondere war es im AT ein überwiegend zorniger Gott, welcher da Gehorsam und Unterwerfung fordernd strafend in Erscheinung trat. An Liebe war dabei nur insoweit zu denken, als wohl von daher das Sprichwort herrührt, dass wer sein Kind liebt, es züchtigt. Und auch gegenwärtig noch bestehen manchmal solche Gedanken und Vorstellungen bei Erziehungsberechtigten oder den entsprechenden Institutionen eine Rolle. Dass wer liebt, bei Fehlverhalten des und der Geliebten - insbesondere bei Untreue, Verrat und Abtrünnigkeit -  auch zornig werden kann und darf, steht allgemein außer Frage. Wenn man aber die Liebe Gottes verstehen will, hat man ganz woanders und vor allem universal anzusetzen. Denn wir wissen doch aus unserem Leben von uns, dass wir nicht jeden und alles lieben können, selbst beim besten Willen nicht. Zu einem großen Teil sind wir da unserem Erkenntnis- und Wahrnehmungsapparat mit seinen Sinnen ausgeliefert. Auch haben wir unsere Idealvorstellungen von Schönheit, Tugenden und Notwendigkeiten, die uns vorgeben, was von uns geliebt werden kann, und was eben nicht. Wir dürfen auch nicht alles und Jeden lieben, um nicht bei aller Liebe an unserem mangelnden Unterscheidungs- und Trennungsvermögen unterzugehen. Denn jene Welt in der wir leben, fordert von uns Alltagstauglichkeit im täglichen Kampf ums Überleben, bzw. permanent bewertende Einordnungen und Klassifizierungen für eine angemessene und angepasste Reaktion.

Als informierte Leser der Schriften von Agnus D. wissen wir, dass das Dasein auf Polarität gründet, und dass diese Gegenteiligkeit und Gegensätzlichkeit als primäres Naturprinzip immer und überall zu suchen und zu finden ist. Gäbe es die Polarität nicht, so gäbe es auch keine Welt, bzw. keine Schöpfung, so dass Schöpfung gleichbedeutend ist mit Errichtung von Polarität als Erfindung eines gegenteiligen Unterschiedes. Ein Dasein das es nicht gibt, das kann auch nicht lieben. Und ein Dasein welches keine Polarität hat, das hat einen Nullwert zum Nichts, und damit ebenfalls keine Möglichkeit zur Liebe. Nun ist aber das Dasein gegenüber dem Nichts eine allumfassende Einheit, zu welcher es kein Gegenteil gibt, und die darum als Totalsingularität zu bezeichnen ist. Um als Dasein ohne Nullwert da zu sein, braucht es den bewusstmachenden lichten Spiegel, und damit eine Verdoppelung seiner selbst innerhalb seiner selbst. Denn ein Außen kann es bei Totalsingularität nicht geben. Damit es also seingemäßes Dasein in Liebe geben kann, bedarf es einer Aufteilung der allumfassenden Daseinseinheit nach innen, als selbstverwerfendes Schöpfungsgericht, wo aus einem urenergetisch maximalst geladenen Nullpunkt in Form urknallender, Zeit und Raum herstellender Expansion eine universale Welt gebildet wird, einschließlich uns heutige Menschen. Der Mensch ist dann deshalb die Krone der Schöpfung, weil er als einziges geistbegabtes Lebewesen dieses Planeten dem Universum  kraft seines Geistes und seiner Seele die erforderliche Spiegelung geben kann. Nur diese Spiegelung innerhalb der Totalsingularität verschafft ihr ein seingemäß lichtes Dasein als unsere Welt, im Gegensatz zu einem reflexionslos in sich verharrend nullwertigen Dasein als eine Form von Nichts. Das All ist von daher eine - in zornigem Selbstgericht ob seiner Selbstbedrohtheit - zeit- und raumgreifende Selbstschöpfung der Totalsingularität, um die Liebe zum immerwährenden Status eines lichten universalen Daseins zu erheben.

Jetzt endlich verstehen wir auch, warum ein Mensch der HERR und damit unser Gott ist. Er ist derjenige, in dem sich als Schlusspunkt in der Weltevolution des Urknalls die Totalsingularität zu spiegeln vermochte. Damit erhielt dieses allumfassende Dasein seine menschliche Identität, und wiederum umgekehrt erhielt dieser "Urmensch", bzw. biblisch Adam, die Identität der Totalsingularität. Und hiermit wird auch klar, wie sich die Liebe Gottes begründet. So kann ein das komplette Dasein verkörpernder Mensch gar nicht anders als sich und sein totalsinguläres Dasein zu lieben. Wenn dann aber dieses Dasein dadurch in Gefahr gerät, dass es an seiner es ins Nichts stellenden Allumfassung unterzugehen droht, so ist damit zugleich auch die Liebe und das Leben tödlich bedroht. Dann sind Liebe und Leben damit zu verteidigen, dass ein zum Sein gegenteiliges Nichts errichtet wird, bei dessen Vollendung das Dasein sein Sein als universale Welt auf Ewigkeit gesichert und begründet hat. Auf ewig gesichert und begründet ist damit das Leben und die Liebe des HERRN. Und indem er das Universum in Person ist, wird alles im Universum Vorhandene an seinem Leben und seiner Liebe teilhaben können. Doch wird das erst dann der Fall sein, wenn der HERR in Zeit und Raum seine Selbstvollendung abgeschlossen hat. Denn, wenn der Auserwählte in Zeit und Raum das All spiegelt, so ist dieses Universum ein Sein, welches infolge urknallender Selbstverwerfung das Nichts abbildet, und damit den charakterlichen Gegensatz von Liebe und Leben. Dann hat sich der HERR dieses zum Nichts gekennzeichnete Dasein zu eigen zu machen, und den damit automatisch verbundenen Identitätsverlust als so genanntes Lamm Gottes bis zu seinem zeitlichen Ende durchzuhalten. Mit dem Verlust seiner Selbstidentität war der Fall eingetreten, dass der Herr als das Universum in Person, sein so charakterisiertes Leben für das Leben des allgemeinen Universums in Liebe als das Sein geopfert hat. Dann wird das allgemeine All beim zeitlichen Ende dieses zum Opferlamm Gekennzeichneten dessen Identität erhalten, womit nun Gott und Welt in der Liebe und dem Leben des hierdurch vollendeten HERRN deckungsgleich geworden sind. 

Joh 15,13 Eine größere Liebe gibt es nicht, und eine größere Liebe hat niemand als der, welcher für seine Freunde sein Leben opfert.

Doch war das Leben und Liebe des universalen HERRN nicht etwa für ein freundliches Universum sondern für ein dem gegenteiligen Nichts entsprechend feindliches All geopfert worden, auf dass sich damit die größte aller Lieben und das größte aller Gebote durch den HERRN verwirklicht hat, wie es Jesus einst offenbarte:

Lk 6,27 Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen; Lk 6,35 Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 3Mo 19,18 Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Denn ich bin der HERR. Mt 22,39 Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» Mk 12,31 Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als dieses ist kein anderes Gebot.

 

 

 

 

 

 
 

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